Ich habe gelernt, 8-Wochen-Programme zu schreiben. Ich habe nie eins durchgezogen.
Ich habe Fitnessökonomie studiert.
Ich habe gelernt, wie man Trainingsprogramme erstellt. 8 Wochen. 12 Wochen. Individuell – hat man mir gesagt.
Blödsinn. Am Ende bekam fast jeder dasselbe.
Dieselben Übungen. Dieselben Gewichte. Dieselben Wiederholungen. Egal ob du gut geschlafen hast oder ob dir gerade die Decke auf den Kopf fällt.
Ich habe das selbst nie durchgezogen
Weder als Trainer noch als Trainierender. Nicht weil ich zu undiszipliniert war. Sondern weil ich irgendwann etwas Neues sah – eine Übung, eine Methode – und dachte: Das will ich ausprobieren. Das macht Sinn. Könnte Spaß machen.
Lange habe ich gedacht, das wäre ein Fehler. Heute weiß ich: Das war kein Fehler. Das war der Anfang von etwas Ehrlichem.
Denn das Leben hält sich nicht an 8-Wochen-Pläne. Und ich übrigens auch nicht. Ich will Spaß haben beim Training – egal, was die Gelehrten für das Beste halten.
Der Körper spricht jetzt. Nicht in Woche 6.
Der Rücken schmerzt heute – nicht in Woche 6. Die Energie fehlt morgen – nicht dann, wenn das Programm es vorsieht. Und übermorgen willst du einfach raus und dich bewegen, statt Kniebeugen zu zählen.
Warum also warten, bis ein Plan abgearbeitet ist, wenn der Körper jetzt spricht?
Was stattdessen passiert
Bei mir gibt es keine Schablone. Ich höre zu, was heute gebraucht wird. Und darauf reagiere ich.
Heute Kraft. Morgen vielleicht Qigong. Übermorgen mal auskotzen, weil der Tag mies war. Oder andersrum: Du kommst müde und willst eigentlich nur auf die Couch. Und ich sage: Lass uns trotzdem zehn Minuten machen. Du wirst sehen.
Das heißt nicht, dass es kein Ziel gibt. Es gibt immer eins. Nur der Weg dahin wird jeden Tag neu vermessen – wie bei einem Ingenieur, der nicht stur nach Zeichnung baut, sondern schaut, was das Material heute hergibt.
Eine Kundin hat es mal so gesagt: „Hier kommt jemand zu uns nach Hause, der uns liest – nicht den Plan.“ Besser kann ich es nicht erklären.